Mit Compliance und Integrität zu langfristigem Erfolg

Compliance-Cockpit und -Coaches, Hinweisgebersystem und Integritätskultur: Wie die Wechselwirkung zwischen Compliance-Management-System und gelebter Compliance- und Integritätskultur Mehrwert für Audi schafft.

Lesezeit: 6 min

Elektromobilität

Compliance steht an erster Stelle

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ lautet eine alte Redewendung. Die Betonung liegt auf „alt“, denn bei Audi gilt: „Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser.“

 

Gesetzes- und regelkonformes Verhalten sowie integres Handeln genießen höchste Priorität bei Audi. Sie bilden die Basis für die Reputation der Marke, für das Vertrauen der Kund_innen und Geschäftspartner_innen, für das Wohlergehen der Mitarbeitenden und nicht zuletzt für den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg.

 

„Compliance und Integrität begreifen wir als zwei Seiten einer Medaille, die untrennbar miteinander verbunden sind“, betont Jochen Keller, Leiter Compliance Beteiligungen und Unternehmensregelungen der AUDI AG. Alle Mitarbeitenden – national wie auch in den internationalen Beteiligungen – seien aufgefordert, sich einzubringen. „So wird das gefördert, was wir letztlich für uns anstreben: eine zeitgemäße Unternehmenskultur, in der die Audi Werte weltweit geschätzt werden, in der konstruktiv zusammengearbeitet wird und in der für ‚Angstkultur‘ kein Raum ist.“

Wirtschaften & Integrität

Compliance

Unter Compliance versteht man die Einhaltung von gesetzlichen Vorschriften, unternehmensinternen Richtlinien und Selbstverpflichtungen durch das Unternehmen, seine Organe und Mitarbeitenden.

Integrität

Integrität versteht Audi als verantwortungsvolles, unternehmerisches Handeln, ausgerichtet an gesellschaftlich anerkannten und im Unternehmen verabredeten Werten und Prinzipien.

Audi Verhaltensgrundsätze als Fundament

Als Fundament dienen die Audi Verhaltensgrundsätze (Code of Conduct), die Konzerngrundsätze und der Code of Conduct für Geschäftspartner. „Mit diesen drei Leitfäden ist es aber nicht getan. Wir sprechen hier von einem Kulturwandel, der weder verordnet werden kann noch durch die Veröffentlichung von Dokumenten entsteht“, betont Keller. „Die eigentliche Veränderung muss in den Köpfen stattfinden und wird daher kontinuierlich mit gezielten Trainings und Kommunikationsmaßnahmen zu Compliance und Integrität begleitet.“ Die Wirksamkeit der Compliance- und Integritätsaktivitäten in den Marken des Volkswagen Konzerns unterstützt darüber hinaus das Programm Together4Integrity (T4I).

 

Als grundlegenden Organisationsrahmen hat der Audi Vorstand ein Compliance-Management-System (CMS) etabliert. Das CMS beinhaltet die Grundsätze, Maßnahmen, Prozesse und Strukturen des Unternehmens zur dauerhaften Einhaltung von Gesetzen, internen Vorschriften und integrem Handeln.

Sieben Kernelemente des Compliance-Management-System

Das Compliance-Management-System

Das Compliance-Management-System (CMS) ist in sieben Kernelemente untergliedert und vereint Aspekte von Compliance und Integrität.

1. Compliance- & Integritätskultur

  • Integritätsmanagement
  • Erstellung/Kommunikation des Code of Conduct
  • Förderung eines „Tone from the Top”

2. Compliance-Ziele

  • Präventive Beratungsfunktion als 2nd Line

3. Compliance-Risiken

  • Erfassung und Bewertung von Compliance-Risiken im Unternehmen
  • Entwicklung und Überprüfung von Gegenmaßnahmen

4. Compliance-Programme und -Prozesse

  • Risikoprävention in den Compliance-Fokusthemen durch zielgruppenspezifische sowie bedarfsorientierte Beratung, Kommunikation und Trainingsmaßnahmen

5. Compliance-Organisation

  • Rollen und Verantwortlichkeiten der Compliance- und Integritätsfunktionen
  • Aufbau der Compliance-Organisation innerhalb der AUDI AG sowie in relevanten Tochtergesellschaften

6. Compliance Kommunikation

  • Definierte Berichtswege gegenüber dem Audi Vorstand, dem Konzernvorstand sowie dem Group Chief Compliance Officer
  • Risikobasierte Compliance-Kommunikations- und Schulungsmaßnahmen

7. Compliance Überwachung/Verbesserung

  • Überwachung von Compliance-Maßnahmen in den Geschäftsbereichen sowie in den Tochtergesellschaften
  • Kontinuierliche und nachhaltige Verbesserung des CMS

Audi Compliance-Cockpit als integrierte IT-Plattform

  

Jochen Keller, Leiter Compliance Beteiligungen und Unternehmensregelungen der AUDI AG

Jochen Keller, Leiter Compliance Beteiligungen und Unternehmensregelungen der AUDI AG

Die Herausforderung: Alle Aspekte des CMS sollen im gesamten Audi Konzern gleichermaßen Beachtung finden. Um die Aktivitäten bei Audi und den Tochtergesellschaften weltweit zu steuern und nachzuverfolgen, wurde eine integrierte IT-Plattform etabliert – das Audi Compliance-Cockpit. Mithilfe von verschiedenen Modulen können die Compliance-Officer unter anderem Schulungen gesellschaftsspezifisch anpassen, Beschäftigte beim Erkennen von Interessenkonflikten unterstützen oder Richtlinien lokal implementieren.

 

Zudem können verschiedene Reifegradindikatoren, wie Schulungsquoten oder Umsetzungsstände von Maßnahmen, dokumentiert und bewertet werden. Das unterstützt ein kennzahlenorientiertes Management von Compliance und Integrität. Als erste Ansprechpersonen unterstützen Compliance-Coaches der AUDI AG die Audi Gesellschaften. Sie sind Partner_innen für die lokalen Compliance-Officer und interne Schnittstelle zu den Audi Fachbereichen. Die Compliance-Officer vor Ort wiederum sind Multiplikator_innen für ihre Organisation. „Dieses Selbstverständnis kennzeichnet das Zusammenarbeitsmodell des Compliance-Bereichs im Audi Konzern“, so Jochen Keller.

Risiken und Schaden vorausschauend abwenden

Audi versteht Compliance und Integrität als Instrumente der Prävention, um vorausschauend Risiken und Schaden vom Unternehmen abzuwenden. Das beginnt auf oberster Führungsebene: Vorstand, Aufsichtsrat und insbesondere dessen Prüfungsausschuss werden regelmäßig über Compliance, Integrität und Risikomanagement informiert. Damit ist – falls nötig – ein schnelles und wirksames Gegensteuern sichergestellt.

 

Ein wichtiger Teil des Compliance-Programms ist das Hinweisgebersystem. Hier können Mitarbeitende, Geschäftspartner_innen, Kund_innen oder Dritte mögliche Regelverstöße im Zusammenhang mit dem Audi Konzern melden. Pro Jahr erhält das Audi Aufklärungsoffice Hinweise im mittleren dreistelligen Bereich. Mehr als zwei Drittel der Meldungen erfolgten nicht anonym. „Wir bewerten das als Vertrauensbeweis für das System und unsere funktionierende Compliance- und Integritätskultur“, sagt Jochen Keller.

Together4Integrity (T4I)

Wie Integrität und Compliance bei Audi fest verankert sind:

Together4Integrity“ (T4I) als ganzheitliches Compliance- und Integritätsprogramm des Volkswagen Konzerns ist eines der nachhaltigen Resultate des US-Monitorship. Es unterstützt die Wirksamkeit der Compliance- und Integritätsaktivitäten in den Marken und läuft bis 2025.

 

Die AUDI AG ist für das Ausrollen und Umsetzen des Programms in mehr als 40 Tochter- und Beteiligungsgesellschaften weltweit verantwortlich. Der Roll-out bei Audi liegt insgesamt auf Kurs und wird Mitte 2022 abgeschlossen sein.

 

In der T4I-Toolbox werden Maßnahmen aus dem US-Monitorship und Konzernfunktionen gebündelt. Spezielle T4I-Kommunikations- und Beteiligungsformate für Mitarbeitende und Führungskräfte unterstützen die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur. Die individuelle Umsetzung steuern die jeweiligen Gesellschaften eigenverantwortlich.

„Tiefgreifendes Bewusstsein für Compliance und Integrität“

  

Claudia Scaramelli, Lamborghini Chief Compliance Officer

Claudia Scaramelli, Lamborghini Chief Compliance Officer

Wie gelingt es Audi, Compliance und Integrität in den internationalen Beteiligungsgesellschaften zu leben? Worauf gilt es zu achten, wenn man mit unterschiedlichen Produkten, Kund_innen und Kulturen arbeitet? Darüber berichten stellvertretend vier Compliance-Officer des Audi Konzerns aus Europa, Asien und Lateinamerika.

 

„Als Hersteller von Supersportwagen im Luxussegment haben wir eine hohe Sichtbarkeit – auch und gerade im Licht der Öffentlichkeit. Die Reputation von Lamborghini hochzuhalten ist eine absolute Verpflichtung und Verantwortung gegenüber unseren Stakeholdern. Zugleich ist das eine strategische Stärke unserer Marke. Zu unserem Selbstverständnis zählt, dass wir individuelle Wünsche und Träume unserer Kund_innen erfüllen. Dementsprechend sensibilisieren wir Mitarbeitende und Geschäftspartner_innen für die ethischen Prinzipien, nach denen wir die Beziehungen zu unseren Kund_innen gestalten.

Unser Compliance-Team unterstützt als Business Enabler den Geschäftserfolg von Lamborghini. Wir beraten auch bei allen Beziehungen zu Dritten und nutzen dafür einen intensiven Due-Diligence-Prozess. Dabei konzentrieren wir uns auf Händler_innen, Lizenzierungs- und Sponsoringaktivitäten. Um Compliance bei Lamborghini authentisch zu leben, bauen wir – zusätzlich zu regelmäßigen Trainings – auf die Wirkung starker und klarer Aussagen unseres Managements: In Tone-from-the-Top-Formaten kommunizieren wir immer wieder die wichtigsten Kernbotschaften wie Verantwortung und Transparenz.

 

Im Compliance-Team sind wir Ratgeber_innen für alle Fachbereiche. Das kann für ihre Arbeit erfolgsentscheidend sein, vor allem wenn es keine klaren Regelungen oder sonstige Maßstäbe gibt. Und wenn die Mitarbeitenden uns von sich aus mit einbeziehen – insbesondere bei neuen Projekten –, dann ist das Wissen um die Bedeutung von Regeltreue zu einer inneren Überzeugung geworden. Ohne die Unterstützung durch unsere Kolleg_innen und unseren Compliance-Coach von der AUDI AG könnten wir unseren Beitrag so nicht leisten. Unser regelmäßiger Austausch ist unerlässlich, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten – gerade auch bei Fragestellungen, die erstmals bei uns auftreten.“

Wayne Ho, Risk & Compliance Manager, Audi Singapur

Wayne Ho, Risk & Compliance Manager, Audi Singapur

„Audi Kund_innen in Singapur erwarten von unseren Fahrzeugen höchste Qualität – das beinhaltet auch das Einhalten aller Compliance- und Integritätsgrundsätze in der gesamten Wertschöpfungskette. In Singapur drohen bei Korruptionsvergehen harte Strafen, vom Reputationsschaden für das Unternehmen und die Marke ganz zu schweigen. Weil unserem Management Compliance sehr wichtig ist, werde ich als Compliance-Manager bei allen relevanten Meetings eingebunden.

 

Um immer auf dem neuesten Stand zu sein, bin ich regelmäßig in Kontakt mit Kolleg_innen aus der Compliance hier in Asien und dem Audi Headquarter in Ingolstadt. Wir nutzen die Plattform des Audi Compliance-Cockpits, um Best-Practice-Beispiele auszutauschen und Synergien zu heben. Einmal im Quartal informiere ich im „Compliance Bites“-Newsletter über wichtige Studien zu Korruptionsfällen oder gebe Updates zu lokalen Compliance-Maßnahmen. Eine gute Möglichkeit, um Compliance-Informationen zu vermitteln, sind für uns auch Hinweise auf Screensavern. Zurzeit erscheinen Botschaften zur Unternehmenskultur oder zum Whistleblowersystem auf den Monitoren.“

Aurora Claudia Quiñones Vazquez, Audi México Compliance Consultant

Aurora Claudia Quiñones Vazquez, Audi México Compliance Consultant

„Der Volkswagen Konzern genießt in Mexiko ein hohes Ansehen. Als San José Chiapa als neuer Audi Produktionsstandort ausgewählt wurde, waren die Menschen extrem stolz. Hinzu kommt, dass wir vor rund neun Jahren bei null angefangen haben. Wer diesen Standort mit aufgebaut hat, sieht seine Arbeit hier nicht nur als Job, sondern als persönliches Anliegen. Leider bringt man Mexiko im Ausland häufig mit Korruption in Verbindung. In der Tat schneidet unser Land im Korruptionsindex von Transparency International nicht gut ab.

 

Korruption war und ist ein Problem in Mexiko. Aber Besserung ist in Sicht, da die Regierung entsprechende Gesetze auf den Weg gebracht hat. Interessanterweise gibt es in Mexiko – gerade wegen der Korruption – schon in sehr vielen Unternehmen ein tiefgreifendes Bewusstsein für Compliance und Integrität. Die Mitarbeitenden wussten also schon zu Beginn, wovon wir reden. Heute sehen wir, wie sie die Audi Werte in ihr Denken und Handeln einbeziehen. Auch im Onboarding-Prozess für neue Kolleg_innen werden Compliance und Integrität umfassend vermittelt.

 

Ein Unterschied zu Deutschland ist die Art der Vermittlung. In Mexiko ist der persönliche Austausch sehr wichtig, um eine vertrauensvolle Arbeitsbeziehung aufzubauen und zu pflegen. Deswegen vermitteln wir Informationen oft mündlich, in Meetings, offenen Foren oder per Videobotschaft. Um eine funktionierende Compliance- und Integritätskultur zu etablieren, sind für mich zwei Dinge entscheidend: Vertrauen und Vorbilder. Führungskräfte dürfen nicht nur reden, sondern müssen auch entsprechend handeln.“

Paola Mocàvero, Ducati Chief Compliance Officer

Paola Mocàvero, Ducati Chief Compliance Officer

Ducati engagiert sich erfolgreich im Motorsport. Als Botschafter_innen eines exklusiven Motorradherstellers sind unsere Rennfahrer_innen auch Vorbilder. Die Ducatisti und wir erwarten, dass sie sportlich und mutig auf Sieg fahren. Auf der Rennstrecke und auch außerhalb die Regeln einzuhalten, ist jedoch auch eine Form von Coolness. Denn allen Ducatisti sind Werte wie Respekt, Fairness und Ehrlichkeit genauso wichtig wie die Performance und der Stil unserer Motorräder. Das vermitteln wir deutlich, wenn wir über den strategischen Wert von Integrität sprechen.

 

Als Unternehmen agieren wir integer, um Vertrauen zu schaffen – bei Kund_innen, Geschäftspartner_innen und in der Öffentlichkeit. Ducati hat 17 Tochtergesellschaften weltweit. Geschäftliche Interessen unserer Marke mit den Regeln des Audi Konzerns und dem geltenden Recht der jeweiligen Märkte in Einklang zu bringen, könnte eine Herausforderung sein. Ein klares Regelwerk, praxisnahe Trainings und der Lessons-Learned-Ansatz helfen uns jedoch dabei, Fehler aus Unachtsamkeit zu vermeiden, die unsere Reputation gefährden könnten.

 

Nach unserem Selbstverständnis ist Compliance keine Bürokratie, sondern vertrauensvolle Beratungsarbeit, die sich am Geschäftszweck orientiert. Schließlich gibt es kein Business ohne Compliance, aber auch keine Compliance ohne Business. Für unsere Arbeit ist es von großem Vorteil, dass wir mit der Audi Compliance und den Audi Konzernmarken Lamborghini, Italdesign oder Volkswagen Group Italia in engem Austausch sind.“

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